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Arbeitsunfähigkeit

Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn ein Versicherter aufgrund von Krankheit seine ausgeübte Tätigkeit nicht mehr oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung ausführen kann. Das heißt: Krankheit allein ist noch nicht gleichbedeutend mit Arbeitsunfähigkeit. Der häufig verwandte Begriff "Krankschreibung" ist daher falsch. Ob Krankheit die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, hängt wesentlich ab von

  • der Art und Schwere der Erkrankung
  • dem körperlichen und psychischen Gesamtzustand des kranken Menschen
  • der Art der beruflichen Tätigkeit
  • den damit verbundenen Anforderungen

Der Gesetzgeber verpflichtet die Gesetzlichen Krankenkassen, in bestimmten Fällen von Arbeitsunfähigkeit eine gutachterliche Stellungnahme des MDK einzuholen. Ziel ist es, den Behandlungserfolg bei Arbeitsunfähigkeit zu sichern oder zu klären, welche Leistungen der Krankenkasse oder anderer Sozialversicherungen den Behandlungserfolg sichern und dadurch die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit fördern können.

Die Begutachtung beschränkt sich aber nicht nur auf die Frage nach dem Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit. Im weiteren Sinne geht es auch um die Erhaltung der Erwerbsfähigkeit bis zum regulären Rentenalter. Deshalb geben die MDK-Gutachter auch Empfehlungen zu weiteren therapeutischen Maßnahmen ab und äußern sich ggf. auch zu beruflichen Aspekten. Dies können beispielsweise Vorschläge zu berufsfördernden Maßnahmen (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben), für einen Arbeitsplatzwechsel oder für eine innerbetriebliche Umsetzung sein.

Ziel der Begutachtung kann auch sein, Zweifel der Krankenkasse an der Arbeitsunfähigkeit zu beseitigen. Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit kann gegenüber der Krankenkasse auch ein Arbeitgeber äußern. Daraufhin wird die Krankenkasse in aller Regel eine MDK-Stellungnahme einholen.

Bevor der MDK im Saarland eingeschaltet wird, melden sich Mitarbeiter der Krankenkasse beim Versicherten und bitten um Auskunft zur aktuellen Situation. Danach entscheidet die Krankenkasse, ob eine sozialmedizinische Beratung durch den MDK im Saarland erforderlich ist, in der die medizinischen Fragen der Kasse durch den ärztlichen Gutachter individuell erörtert werden.

Komplexe Fragen oder Sachverhalte erfordern in der Regel ein ausführliches Gutachten. Reichen die vorliegenden Unterlagen zur eindeutigen sozialmedizinischen Klärung des Begutachtungsauftrages aus und ist von einer körperlichen Untersuchung kein zusätzlicher Erkenntnisgewinn zu erwarten, ist eine persönliche Vorstellung des Versicherten im MDK im Saarland  nicht erforderlich.

Nach Abschluss der Begutachtung erhält die Krankenkasse das Ergebnis und die erforderlichen Angaben über den Befund. Der behandelnde Arzt bekommt das MDK-Gutachten.

Folgt aus dem Gutachten ein ausreichendes Leistungsvermögen für den bestehenden Arbeitsplatz, teilt der ärztliche Gutachter diese Beurteilung der Krankenkasse und dem behandelnden Arzt sowie bei persönlicher Begutachtung dem Versicherten unmittelbar mit.

Bei anhaltend eingeschränktem Leistungsvermögen können verschiedene gutachterliche Empfehlungen ausgesprochen werden wie beispielsweise die Indikation von Rehabilitationsleistungen oder berufsfördernden Maßnahmen oder die Empfehlung einer innerbetrieblichen Umsetzung. Ist mittelfristig eine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit absehbar, kann eine stufenweise Wiedereingliederung empfohlen werden. Erfahrungsgemäß kann die stufenweise Wiedereingliederung in zwei bis drei Monaten abgeschlossen sein, die Wiedereingliederung ist für Arbeitnehmer und Arbeitgeber freiwillig.

Jede AU stellt einen Komplex von rechtlichen, beruflichen und medizinischen Fakten dar. Die Beurteilung dieser gegenseitigen Abhängigkeiten erfordert von allen Beteiligten besonderen Sachverstand. Hieraus leitet sich die hohe sozialmedizinische Verantwortung des ärztlichen Gutachters ab. Die ärztlichen Gutachter des MDK im Saarland sind unparteiisch, fachlich hoch qualifiziert und bei der Wahrnehmung ihrer medizinischen Aufgaben nur ihrem ärztlichen Gewissen unterworfen. 

Weiterführende Informationen finden Sie im gemeinsamen Internetportal der Medizinischen Dienste und auf den Informationsseiten des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS).